München (ba/vfz/bbv) – Der Dioxin-Skandal war Thema im Präsidium des Bayerischen Bauernverbandes am vergangenen Montag. BBV-Präsident Sonnleitner und Bauernverband arbeiteten intensiv daran, dem Markteinbruch bei Schweine- und Geflügelfleisch zu begegnen. Weitere Unterstützung wie private Lagerhaltung und Liquiditätshilfen seien notwendig. Das BBV-Präsidium forderte die Medien auf, aufklärend zu informieren und Verbrauchern die Verunsicherung zu nehmen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) kam vergangene Woche zu dem Ergebnis, dass der Futtermitteldioxin-Skandal keine Gefahr für die Gesundheit der Verbraucher darstellt – selbst, wenn jemand über einen langen Zeitraum Eier oder Schweinefleisch mit Gehalten im Bereich der höchsten gemessenen Werte verzehrt hätte. Zudem wurden nur in wenigen Fällen bei Eiern, Fleisch von Legehennen und Schweinefleisch Überschreitungen der Höchstwerte festgestellt. Das Präsidium erwartet, dass die Medien jetzt endlich auch einmal eine gute Nachricht verbreiten und dazu beitragen, das negative Bild zu korrigieren und der Verunsicherung bei den heimischen Verbrauchern und auf den Auslandsmärkten aktiv entgegenzuwirken. Die Bauern seien genau wie die Verbraucher Opfer dieses Skandals. Auch wenn keine belasteten Futtermittel nach Bayern gelangten, litten die Bauernfamilien massiv unter den Folgen des Skandals auf die Märkte und Preise. Die Geflügelhalter, Schweinemäster und Ferkelerzeuger mussten dramatische Preiseinbrüche verkraften. Der Bauernverband warnte in diesem Zusammenhang auch die Schlachtwirtschaft eindringlich davor, den entstandenen Marktdruck nicht auszunutzen und den Bauern aufzubürden. Die Vorgehensweise der großen Unternehmen mit der gemeinsamen Hauspreissenkung und die völlig überdimensionierte Preissenkung in den letzten Wochen belaste die Betriebe ebenso wie die hohen Kosten für Futter und Energie. Um den Bauernfamilien, die schuldlos in finanzielle Not geraten sind, in dieser schwierigen Situation akut und schnell zu helfen, hat der Bauernverband sofort über die Landwirtschaftliche Rentenbank Liquiditätshilfedarlehen für Schweine und Geflügel haltende Betriebe auf den Weg gebracht. Der EU-Agrarrat hat außerdem die kurzfristige Einführung von Beihilfen für die private Lagerhaltung beschlossen. Hier muss die EU-Kommission dann darauf achten, bei der Auslagerung mit der gebotenen Vorsicht vorzugehen, um Marktstörungen zu vermeiden. Politik, Bauernverband und Wirtschaft führten viele Gespräche, um Märkte offen-zuhalten und wieder anzukurbeln. Insbesondere gegenüber Russland war und ist Informations- und Überzeugungsarbeit notwendig, um diesen wichtigen Drittlandsmarkt offenzuhalten. Hier hat gerade Präsident Sonnleitner viele Gespräche mit Verarbeitungsbetrieben und ausländischen Marktpartnern geführt. Das Präsidium fordert, die kriminellen Verursacher des Skandals hart zu bestrafen. Außerdem muss auch in der Futtermittelbranche die persönliche Haftung verschärft werden. Das Präsidium betonte, dass es nur durch die stufenübergreifenden Qualitätssicherungssysteme im Sinne des Verbraucherschutzes gelungen sei, die Wege des belasteten Futtermittels schnell zurückzuverfolgen. Inakzeptabel sei es jedoch, wenn einzelne Personen oder Organisationen versuchen würden, den Skandal dazu zu instrumentalisieren, um die Landwirtschaft und die Tierhaltung in Sippenhaft zu nehmen und pauschal an den Pranger zu stellen. |