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19.09.2010 RSS Feed

Veredlungstag 2010 - Stärkung der Wirtschaftlichkeit und des Tierschutzes
DBV-Vizepräsident Möllers: Standort für die Schweinehaltung ausbauen

Herrieden (bavfz/bbv) - „Der Tierschutz hat in deutschen Schweineställen einen sehr hohen Stellenwert“, stellte der Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Franz-Josef Möllers, vor rund 400 Teilnehmern auf dem Veredlungstag 2010 fest, den der DBV gemeinsam mit der Baywa im bayerischen Herrieden durchführte. In den zurückliegenden Jahren hätten die Schweinehalter viel Engagement und Investitionen in die Weiterentwicklung der Haltungsbedingungen von Sauen, Ferkeln und Mastschweinen gesteckt. Diese Anstrengungen – auch in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten – müssten die Schweinehalter auch offensiv in die Öffentlichkeit tragen und zu Medien und Verbrauchern kommunizieren. Denn gerade in jüngster Zeit sei in der Öffentlichkeit gelegentlich der Eindruck entstanden, dass die Wünsche an den Tier- und Umweltschutz immer mehr zunehmen, so als hätte es keine vorteilhafte Entwicklung gegeben. Dabei werde übersehen, dass Tierhaltung und Tierschutz in den zurückliegenden 60 Jahren mit ständiger Begleitung von Wissenschaft, Forschung und Beratung kontinuierlich weiterentwickelt worden seien. Tierschutz, Lebensmittelsicherheit, Ökonomie, Ökologie und Tiergesundheit seien nachhaltig in Einklang gebracht worden. Berufsstand und Schweinehalter würden sich darüber hinaus sehr sorgfältig mit dem EU-Tierschutzaktionsplan auseinandersetzen, die Vorschläge praxisorientiert begleiten und eine handhabbare Umsetzung anstreben, kündigte Möllers an.

Mit QS habe man eine Plattform entwickelt, wo diese Produktkennzeichen und -qualitäten innerhalb der gesamten Wertschöpfungskette verbindlich festgelegt und kontrollierbar seien. Ein Beispiel hierfür sei die Verpflichtung, Schmerzmittel bei der Ferkelkastration anzuwenden. Allerdings müssten zur Kastration mit Hilfe der Forschung praxis- und tiergerechte Alternativen erarbeitet werden. Auch in der Tierseuchenbekämpfung seien aufgrund des aktuellen wissenschaftlichen Standes neue Wege zu gehen, um endlich das Keulen gesunder Schweine im Seuchenfall beenden zu können.

Vor diesem Hintergrund hätte sich die Schweinehaltung in der deutschen Landwirtschaft zu einem bedeutenden Standbein entwickelt. Deutschland nehme im europäischen und auch internationalen Vergleich mittlerweile eine Spitzenposition in der Schweineproduktion ein. Man habe sich in den letzten Jahren zur Exportnation bei Schweinefleisch entwickelt.

Aber Märkte in einem zunehmend globalisierten wirtschaftlichen Umfeld würden auch Risiken zum Beispiel durch größere Preisvolatilitäten bergen, gab Möllers zu bedenken. Deshalb werde es agrarpolitisch nicht ohne ein minimales Sicherheitsnetz gehen. Nicht staatliche Eingriffe zur Marktabsicherung seien damit gemeint, sondern vor allem die Möglichkeit einer steuerfreien Risikoausgleichsrücklage als wesentliche Hilfe, um eigenverantwortlich und mit eigenen finanziellen Mitteln schneller wieder eine Krise zu überwinden. Die Einführung eines solchen Instrumentes sei eine Kernforderung des Bauernverbandes, betonte Möllers. Auch gezielte Liquiditätshilfen in Krisenzeiten zum Beispiel durch die landwirtschaftliche Rentenbank oder aber auch die Hausbank könnten ein Sicherheitsnetz sein. Nicht zuletzt könnten zeitlich eng befristete Exporterstattungen eine schwierige Marktlage entschärfen.


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