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22.07.2010

Tierproduktion sichert Arbeitsplätze

Sachsen setzt weiter auf Ausbau tier- und umweltgerechter Erzeugung

Dresden (ba/vfz/pm) - Sachsen setzt weiter auf den Ausbau der Tierproduktion. Das sagte Landwirtschaftsminister Frank Kupfer heute (20. Juli 2010) beim Besuch mehrerer landwirtschaftlicher Betriebe im Raum Großenhain. Der Freistaat habe seit 2007 insgesamt 632 Projekte zur Verbesserung der Haltungsbedingungen mit 45,7 Millionen Euro unterstützt. Das Volumen der damit geförderten Gesamtinvestitionen lag bei rund 120 Millionen Euro.

Für die Erzeugung von Milch und Eiern, von Rind- und Schweinefleisch im ländlichen Raum Sachsens sprechen gute Gründe", sagte der Minister. "Sie sichert die Existenz landwirtschaftlicher Betriebe und ist damit der wichtigste Arbeitgeber im ländlichen Raum. Sie sorgt so für das Einkommen der Menschen und für den Erhalt ländlicher Strukturen", so Kupfer weiter.

"Tierproduktion ist bei uns in Sachsen aber auch aus Sicht der Tiere vorteilhaft, auch wenn das selbsternannte Tierschützer immer wieder gebetsmühlenartig in Frage stellen. So können lange Transportwege vom Erzeuger zum Schlachthof vermieden werden". In Deutschland gelten die höchsten Standards für die Tierhaltung, deren Einhaltung durch ein dichtes Kontrollsystem überwacht werde.

"Allerdings dürfen wir auch hier das Kind nicht mit dem Bade ausschütten", fordert der Minister. "Wenn in Deutschland die Anforderungen für die Haltung der Tiere ständig verschärft werden, in den Nachbarländern aber nicht, kann die Produktion ins Ausland abwandern". Beispiel sei das Verbot der Käfighaltung für Legehennen in Deutschland. Seit dem Inkrafttreten ist die Produktion von Eiern in Sachsen um mehr als 40 Prozent zurückgegangen. "Wer das als Erfolg feiert, tut den Tieren keinen Gefallen. Kein einziges Huhn wird glücklicher, wenn es nun im Ausland unter wesentlich schlechteren Bedingungen gehalten wird. Bei uns geht jedoch Wertschöpfung verloren. Und das kann Arbeitsplätze kosten".
Kupfer rief außerdem dazu auf, Neuinvestitionen in die Tierproduktion aufgeschlossen gegenüber zu stehen. "Natürlich ist die Vorstellung, einen Schweinestall in die unmittelbare Nachbarschaft zu bekommen, zunächst unangenehm. Unsere Erfahrungen zeigen aber, dass die Diskussion meist nur im Vorfeld stattfindet. Ist der Stall dann einmal da, wird er kaum noch wahrgenommen". Durch in der Regel erforderliche immissionsschutzrechtliche Genehmigungsverfahren sei der Schutz der Anwohner ausreichend gesichert, betonte der Minister. Neben dem Verbleib und der ordnungsgemäßen Verwendung der entstehenden Gülle müsse dabei auch die Einhaltung der maximal zulässigen Geruchsbelastung der Anwohner nachgewiesen werden.



Hintergrund

Rund zwei Drittel der landwirtschaftlichen Betriebe in Sachsen halten Tiere. Im Bundesvergleich ist der Viehbestand niedrig. So liegt der Viehbesatz bezogen auf die landwirtschaftliche Nutzfläche in Sachsen bei 0,56 Großvieheinheiten pro Hektar, deutschlandweit liegt die Zahl bei 0,8.


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