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06.10.2009 RSS Feed
Neue Denkansätze zu BSE
 

Mehr Logik beim Verbraucherschutz gefordert


Kuehe 18_09_07Bonn (ba/vfz/pm) - Die Aufarbeitung von BSE-Schutzmaßnahmen befindet sich in der Sackgasse. Anlässlich der Jahrestagung der Verarbeitungsbetriebe Tierischer Nebenprodukte (VTN) zeigte Professor Dr. O. C. Straub auf, dass das Denkschema zu BSE neuer Impulse bedarf.
 Straub, Ehrenpräsident der Landestierärztekammer Baden-Württemberg, war einer der Referenten auf der Jahrestagung der Nebenprodukte-Industrie am 2. Oktober 2009 in Hamburg. Vor etwa 140 Branchenvertretern und Gästen analysierte Straub die BSE-Zahlen in Bezug auf das Alter der positiv getesteten Tiere. Es sei kaum noch erklärbar und völlig unlogisch, dass bei negativ getesteten Tieren spezifiziertes Risikomaterial aussortiert werde. Entweder seien die Tiere BSE-positiv oder aber vollständig verwertbar. Straub forderte ein komplettes Verbot der Verbrennung und thermischen Verwertung der Nebenprodukte von negativ getesteten Rindern.
Der Branchenverband selbst diskutierte und überarbeitete seine Position zur Verarbeitung tierischer Nebenprodukte. Die Branche hält nach wie vor eine Drucksterilisation tierischer Proteine von Säugetieren, die zur Nutztierfütterung verwendet werden, für notwendig. Technisch-wissenschaftlich sei dies zwar nicht begründbar, so die Verbandsmitglieder, aber auf Grund der öffentlichen Akzeptanz sei dies wohl erforderlich.
Wenn Düngemittel aber bei 70º C in Biogasanlagen hygienisiert werden könnten, sei es unlogisch, bei der Herstellung in Verarbeitungsbetrieben Tierischer Nebenprodukte für dasselbe Rohmaterial eine Drucksterilisation zu verlangen. Die Branche forderte eine Abkehr von dieser Position und kritisierte einen anders lautenden Verordnungsentwurf der EU. Das gelte auch für die Verwendung tierischer Proteine in der Heimtiernahrung. Dort sei eine Drucksterilisation völlig unnötig. Hunde und Katzen seien keine Nutztiere und würden nicht gegessen.
Diese Diskussion folgte auf den Vortrag von Dr. Udo Wiemer, Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, der die neuen EU-Vorschriften vorstellte.
Schließlich warnte der Medientrainer Jörg-Michael Junginger (media advice) die Verbandsmitglieder davor, die öffentliche Meinung zu unterschätzen. Diese sei nicht technisch-wissenschaftlich bestimmt, sondern emotional. Bei der Darstellung der Branchenpolitik müsse man auf diese Emotionen eingehen.
Auf der Jahrestagung der Verarbeitungsbetriebe Tierischer Nebenprodukte am 1. / 2. Oktober 2009 in Hamburg trafen sich 23 Unternehmen der Branche, der Maschinenindustrie, der Händler und Makler mit Erzeugnissen sowie Repräsentanten der benachbarten Verbände und der Überwachung, insgesamt etwa 140 Tagungsteilnehmer. Auf der Tagung fanden die zentralen Veranstaltungen des Verbandes der Verarbeitungsbetriebe Tierischer Nebenprodukte e. V. (VVTN) und der verbandseigenen Servicegesellschaft Tierische Nebenprodukte mbH (STN) statt. Das Treffen findet einmal jährlich statt und wird im nächsten Jahr am 30. September und 1. Oktober in Leipzig veranstaltet.
 
 


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