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10.10.2011 RSS Feed

Schweinepreise II. Teil: Geld zurück?

Bonn (ba/vfz/fr) – Während die Digitalrechner in den Chefetagen heiß laufen, bis Mittwoch Nachmittag hat man vielerorts noch Zeit, schießen die Gerüchte ins Kraut. Anscheinend wird inzwischen sogar überlegt, ob man nicht ein Teil des zuviel ausgezahlten Geldes vom Bauern wieder zurückfordern könne!


Das machen wir schon ganz und gar nicht mit, erklärte der Geschäftsführer der ISN, Dr. Torsten Staack, auf Anfrage der vfz. Das Ganze ist ein Ding aus dem Tollhaus: Monatelang hat man, auf vielen Ebenen, angeblich mit dem spitzen Bleistift gerechnet und jetzt das!

Der Unmut des Geschäftsführers, der sich zu einem Flächenbrand innerhalb der Erzeuger ausweiten könnte, ist nicht ganz unberechtigt. Seit längerem war bekannt, dass es eine neue Abrechnungsmaske geben würde, deren Inhalt wurde aber einfach – bis teilweise wenige Stunden vor ihrem Inkrafttreten – nicht veröffentlich, einfach geheim gehalten, was bei den Landwirten, aber auch bei vielen Viehkaufleuten zu größerem Unmut gegenüber der roten Seite geführt hatte.

Schließlich hatte man seine Schweine bereits zur Schlachtung angemeldet, ohne ins Einvernehmen darüber gesetzt zu werden, was man von Seiten der Schlachtbetriebe Willens sei, dafür zu zahlen, beziehungsweise, welche Parameter man für die Bezahlung ansetzen würde. Von einem Maskenball war die Rede, dessen Beigeschmack täglich bitterer wird!

Der Unmut über den von der roten Seite ganz alleine zu verantwortenden Maskenball war schon groß, die neue Maskenpanne dürfte das Fass jetzt - im schlimmsten Falle - zum Überlaufen bringen.

Der Vertrauensverlust dürfte immens sein, wenn die Mäster in den nächsten Stunden erklärt bekommen, dass der hohe Schweinepreis der letzten Tage nichts anders als Schaum war, dass sich die Schlachtunternehmen verrechnet hätten! Am Rande der zur Zeit in Köln stattfindenden Anuga in Köln erklärten Marktexperten, wie auch Sprecher einiger Schlachtunternehmen, gegenüber der vfz-Chefredaktion, dass das erklären wohl kaum ohne Blessuren abgehen werde. Das glaubt uns doch keiner, das kann ich doch keinem meiner Landwirte erklären sagte ein nicht namentlich genannt werden wollender Schlachthofinsider.

Nicht umsonst ermahnen derzeit besonnene Kräfte in der Schlachtindustrie die Hitzköpfe in der Branche um Mäßigung, nämlich dann, wenn es darum geht, - was anscheinend tatsächlich teilweise ernsthaft überlegt (zumindest) wurde - nämlich sich auf Gutsherrenart das verlorene Geld einfach mit der nächsten Abrechnung vom Bauern wieder zurück zu transferieren! Man spricht in der Branche von 2,- Euro pro Schwein, was die rote Seite verloren haben dürfte und gerne wieder zurück hätte.

Neben der Westfleisch, die in einem Brief vom 10. Oktober ihre Lieferanten in einer Blitzaktion darüber informierte, dass man die Preise ab sofort (laufende Woche) um 2 Cent senken werde, denken alle anderen großen Schlachtunternehmen derzeit wohl noch intensiv über ihr eigenes Vorgehen in dieser Angelegenheit nach.

Es handelt sich vorerst ausschließlich um gut gestreute Gerüchte, aber man spricht in der Branche von bevorstehenden Preissenkungen von 1 Cent bis 2 Cent pro Kilo Schlachtgewicht. Auf alle Fälle gehen die Verluste in den ersten Tagen der neuen Maske bei der Schlachtindustrie in die Millionen – uns fliegt das Blech weg, wenn das so weiter geht … sagte einer aus der Schlachtbranche, der es wissen muss!

Die Westfleisch hat als erstes Unternehmen die Notbremse gezogen, weitere werden binnen Stunden folgen, spätestens dann, wenn die Digitalrechner ihre Ergebnisse in roten Ziffern aufleuchten lassen.


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