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13.10.2009 RSS Feed

Per Impfung kastrierte Schweine wachsen schneller


Schweine Und Ferkel  Foto  Ff  Dsc

Bonn (ba/vfz/pm) - Die Mastleistung und Schlachtkörperqualität von männlichen Schweinen, die im Rahmen einer sogenannten Immunokastration speziell geimpft wurden, ist offenbar besser als die von Kastraten und Ebern. Dies ergaben erste Untersuchungen hierzu, teilt der aid- Infodienst, Bonn, mit Bezug auf einen Bericht der „Tierärztlichen Umschau“ mit. Demnach erzielten geimpfte Tiere in einem Mastversuch mit insgesamt 242 Schweinen im Schnitt um 176 g höhere tägliche Zunahmen als Kastraten. Außerdem war die Futterverwertung der geimpften Schweine besser. Ihr Schlachtkörpergewicht lag im Durchschnitt um 3 kg und der Magerfleischanteil um 2% über dem der nicht geimpften Tiere.

Damit erscheine die Behandlung mit dem seit Mai 2009 zugelassenen speziellen Impfstoff als Alternative zur chirurgischen Kastration von Ferkeln, heißt es weiter. Die Kastration wird durchgeführt, um bei männlichen Ferkeln den typischen Ebergeruch zu vermeiden. Der bei den Versuchen verwendete Impfstoff ist ein Eiweißstoff, der bei den männlichen Schweinen die Hodenaktivität unterdrückt. Die Immunokastration mit dem dazu erforderlichen Impfstoff kostet nach diesen Angaben 3 bis 5 EUR pro Schwein.

Durch die verbesserte Futterverwertung der geimpften Schweine könnten sich diese Kosten jedoch auf bis zu 1,40 EUR verringern. Einen anderen Weg geht der Verein für tiergerechte und umweltschonende Nutztierhaltung Neuland: Er arbeitet in seinen Betrieben seit Mai 2008 mit der so genannten Isofluran- Methode. Dabei werden die Ferkel vor der Kastration mit dem Narkosegas Isofluran kurzzeitig betäubt. Als Nachteil dieses Verfahrens werden die hohen Anschaffungskosten für die notwendige Apparatur genannt. Insgesamt sollen hierbei - je nach Auslastung der Apparatur - Vollkosten von 1,30 bis 5,00 EUR je Ferkel anfallen. Neuland selbst gibt Kosten von rund 4 EUR pro Schwein an. Da mit Betäubungsmitteln gearbeitet wird, ist für diese Prozedur ein Tierarzt erforderlich.

Im Vergleich dazu liegen die Kosten einer Kastration mit örtlicher Betäubung durch Injektion des Betäubungsmittels in den Hoden und einer anschließenden Schmerzbehandlung den weiteren Angaben nach bei etwa 0,42 bis 1,60 EUR je Ferkel. Für die chirurgische Kastration ohne Betäubung, mit Vereisung der Haut und anschließender Behandlung des Samenstrangstumpfes, werden Kosten von rund 0,50 EUR je Ferkel genannt. Bei diesen Methoden kann die Kastration vom Landwirt selbst durchgeführt werden. Welche dieser Methoden sich durchsetzen wird, hängt nach Ansicht der Experten auch von der Akzeptanz bei den Schlachtunternehmen und den Verbrauchern ab.



So lehne etwa Tönnies, eines der größten Schlachtunternehmen in Deutschland, die Immunokastration aus produktionstechnischen Gründen ab und setze auf Ebermast als Alternative, heißt es in dem Bericht. Am Schlachtband sollen dann so genannte elektronische Nasen zum Einsatz kommen, die Schweinehälften mit Ebergeruch identifizieren können. Die dänische Fleischbranche will vor einer Entscheidung über die Vermarktung von immunokastrierten Schweinen zunächst herausfinden, ob die Verbraucher dieses Fleisch akzeptieren.
Ferkelkastration Bremen Dsc


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