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25.10.2011 RSS Feed

Nein zu Patenten auf Pflanzen und Tiere
Scharfe Kritik des Bauernverbands: Politik muss endlich handeln

München (ba/vfz/bbv) – Das Präsidium des Bayerischen Bauernverbandes hat das Ergebnis um den Rechtsstreit zur Patentierung von Brokkoli scharf kritisiert.
Wir fordern das Europäische Patentamt auf, die Konsequenzen zu bedenken und Patente auf Pflanzen und Tiere nicht zu erlauben, sagte Bauernverbandspräsident Gerd Sonnleitner heute in München. Sollte das Europäische Patentamt in dieser Frage keine befriedigende Lösung finden, sei der Gesetzgeber aufgerufen, zu handeln.

Das Europäische Patentamt (EPA) hat kurzfristig eine für kommenden Mittwoch geplante Anhörung zum Brokkoli-Patent abgesagt. Der Grund: die Streitparteien Plant Biosience und Syngenta hätten sich hinter den Kulissen geeinigt. Danach verzichte Plant Biosience auf die Ansprüche auf das Züchtungsverfahren, wolle aber das Patent auf die Pflanze aufrechterhalten. Das Patent EP1069819, dessen Rechte zur Zeit der US Konzern Monsanto nutzt, umfasst eine neue Brokkoli-Sorte, die durch konventionelle Methoden gezüchtet wurde. Die Konkurrenzfirma Syngenta hatte gegen das Patent erst Einspruch und dann Beschwerde eingelegt.

Das Präsidium des Bayerischen Bauernverbandes bekräftigte seine Position, dass Pflanzen und Tiere nicht patentiert werden dürfen. Präsident Sonnleitner forderte in diesem Zusammenhang die Bundesregierung erneut auf, sich entsprechend der Verpflichtung aus dem Koalitionsvertrag auf Brüsseler Ebene dafür einzusetzen, Mehrheiten für eine Änderung der EU-Biopatentrichtlinie zu gewinnen.

Das Brokkoli-Patent zeige, dass die immer wieder geäußerte Befürchtung des Bauernverbandes berechtigt sei, wonach mit Patenten auf tierisches und pflanzliches Material die Monopolisierung des Saatgutes und der Lebensmittel vorangetrieben werde. Die Politik müsse nun handeln. Grundsätzlich müssten das Übel an der Wurzel gepackt und die rechtlichen Grundlagen geändert werden, so das BBV-Präsidium.

Bereits im Juli 2010 hatten die Landfrauen des Bayerischen Bauernverbandes gemeinsam mit der Bayerischen Landfrauenvereinigung 8000 Unterschriften der großen Beschwerdekammer des Europäischen Patentamtes überreicht. Mit ihrer Aktion machten beide Organisation deutlich, dass Bauern und Verbraucher Patente auf Tiere und Pflanzen und auf deren genetisches Material ablehnten.


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