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05.12.2009 RSS Feed

Lebensmittelversorgungskette in Deutschland funktioniert


Verbraucher profitieren vom Wettbewerb

Industrie unter starkem Preis- und Ertragsdruck durch den Lebensmittelhandel

Bonn/Berlin (ba/vfz/pm) - Die EU-Kommission hat als Ergebnis der Marktüberprüfung der europäischen Lebensmittelversorgungskette Defizite in der Preisbildung und unlautere Praktiken aufgrund vorhandener Nachfragemacht des Lebensmittelhandels festgestellt.

Die BVE als wirtschaftspolitischer Spitzenverband der Ernährungsindustrie hat sich kritisch mit der EU-Untersuchung auseinandergesetzt und kommt zu dem Ergebnis, dass der Vorwurf zu hoher Lebensmittelpreise auf den deutschen Markt nicht zutrifft.

Die Aussage der Kommission, die Ernährungsindustrie und der Lebensmitteleinzelhandel hätten in der Phase Rohstoffpreissteigerungen für Agrargüter den Bogen überspannt und in der Phase des Preisrückgangs die Preise nicht ausreichend gesenkt, trifft für den deutschen Markt nicht zu. Es darf auch nicht übersehen werden, dass die Preisstellung verarbeiteter Lebensmittel von mehr als den Preisen einzelner Rohstoffe abhängt.

Der deutsche Lebensmittelmarkt ist durch einen sehr starken Wettbewerb gekennzeichnet, der zum Ergebnis hat, dass die Lebensmittelpreise in Deutschland in den letzten 30 Jahren nur halb so stark gestiegen sind wie die allgemeinen Lebenshaltungskosten. Im europäischen Vergleich hat Deutschland eines der niedrigsten Preisniveaus für Lebensmittel und Getränke. Die BVE erteilt deshalb dem von der EU-Kommission vorgeschlagenen Preismonitoring und Preiskontrollen eine strikte Absage.

Der Auffassung der EU-Kommission, die eine ungleiche Verteilung der Verhandlungsmacht zwischen Lieferanten der Ernährungsindustrie und dem Lebensmittelhandel kritisiert, stimmt die BVE ausdrücklich zu. 75% des Lebensmittelumsatzes in Deutschland entfallen auf die 5 größten Handelsunternehmen. Auf Industrieseite hingegen kommen die 100 größten Unternehmen nur auf einen Marktanteil von rund 40%.

Aus den großen Beschaffungsvolumina resultiert eine starke Verhandlungsposition des Handels, die in der Praxis immer wieder auch zu Vertragspraktiken führt, die kartell- und wettbewerbsrechtlich bedenklich erscheinen. Die BVE unterstützt deshalb die Initiative der EU-Kommission, die Erforderlichkeit von Gemeinschaftsmaßnahmen zur Eindämmung unfairer Vertragspraktiken zu prüfen.



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