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14.07.2010

Geschickt agiert in wirtschaftlich schwierigen Zeiten

Sächsische Landwirtschaft spürt Wirtschafts- und Finanzkrise

Berlin (ba/vfz/pm) -

Sachsens Landwirtschaft ist von der allgemeinen Wirtschafts- und Finanzkrise nicht verschont geblieben. Das geht aus dem heute vorgelegten Agrarbericht 2009 hervor. Danach sank 2009 im Durchschnitt aller Betriebsformen das Einkommen der Unternehmen auf rund 30 000 Euro pro Arbeitskraft. Das sind 16 Prozent weniger als das Spitzenergebnis vom Vorjahr. Der Berufsstand hat damit schmerzliche Einbußen erlitten, konnte aber durch hohe Erträge und Leistungssteigerungen sowie geschicktes Taktieren bei Ver- und Einkauf Schlimmeres verhindern. Experten hatten im Vorfeld sogar Einkommensverluste von bis zu 25 Prozent prognostiziert.

 

„Das ist mehr als die sprichwörtliche Bauernschläue. In einer solch schwierigen Situation zeigt sich, wer sein Handwerk wirklich versteht“, sagte Agrarstaatssekretär Herbert Wolff, welcher anlässlich des diesjährigen Erntestarts den aktuellen sächsischen Agrarbericht vorstellte. Die Anzahl der Landwirtschaftsbetriebe ist annähernd konstant geblieben, etwa 7 000 Betriebe bewirtschaften in Sachsen eine landwirtschaftlich genutzte Fläche von 915 000 Hektar. Einen vergleichsweise geringen Rückgang in Zusammenhang mit der Wirtschaftskrise gab es bei den Erwerbstätigen. Die Zahl von rund  42 000 Erwerbstätigen in der sächsischen Land- und Forstwirtschaft ist annähernd konstant geblieben, während es in anderen Branchen wie dem Verarbeitenden Gewerbe einen deutlichen Rückgang bei der Beschäftigung gab.

 „Unsere Unternehmen haben hervorragende Mitarbeiter, die für Qualität der Produkte und große Mengen sorgen. In dieser Situation waren aber vor allem Betriebsleiterqualitäten gefragt. Sie haben die Unternehmen über Wasser gehalten“, so der Staatssekretär. „In Zeiten knapper Finanzmittel gibt es kaum noch Spielräume für staatliche Hilfsmaßnahmen. Umso mehr Anerkennung verdient es, dass trotz Wirtschaftskrise die Landwirte wieder vermehrt in ihre Betriebe investieren. Für sie ist ihr Beruf gleich Berufung, der Blick ist in die Zukunft gerichtet.“

Für die Ernte 2010 können die Landwirte zuversichtlich sein. Die bisherigen Witterungsbedingungen lassen gute Erträge erwarten. „Allerdings ist bei der Vermarktung erneut viel Geschick gefragt, wenn Überangebote die Preise drücken. Meine Empfehlung lautet hier: gut kalkulieren, nur verhalten spekulieren, Angebote kumulieren“, so der Staatssekretär abschließend.



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