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11.03.2011 RSS Feed
Bauernverband will gesellschaftliche Debatte über Zukunft der Landwirtschaft ausbremsen

Berlin (ba/vfz/pm) -Zum offenen Brief von Bauernverbandspräsident Gerd Sonnleitner an Bundesministerin Ilse Aigner zur von ihr initiierten „Charta für Landwirtschaft und Verbraucher“ erklärt Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik, dass die Menschen in Deutschland ein neues agrarpolitisches Leitbild wollten.
Das hat Wochen nach der Großdemonstration „Wir haben es satt!“ mit über 20000 Teilnehmern endlich auch Ministerin Aigner zur Kenntnis genommen und den Charta-Prozess angestoßen, der nun auf eine breite gesellschaftliche Debatte über die Landwirtschaft der Zukunft hoffen lässt. Nur der Präsident des Bauernverbandes Gerd Sonnleitner verweigert sich hartnäckig den Reform-Impulsen einer immer größer werdenden Bewegung in der Bevölkerung.

Es ist völlig unverständlich, dass Herr Sonnleitner in seinem Brief bezweifelt, im Rahmen des Charta-Prozesses werde „eine realistische Debatte geführt“. Mit 40 Organisationen von Landwirtschaft, Umwelt, Verbraucherschutz und Lebensmittelbranche sind alle wesentlichen Positionen vertreten. Auch der Bauernverband kann durch seinen Beitrag zeigen, dass er in der gesellschaftlichen Wirklichkeit angekommen ist.

 

Der offene Brief von Herrn Sonnleitner zeugt jedoch nicht von einem geschärften Realitätssinn des Bauernverbandes. Die Sorgen der Menschen vor einer immer stärker industriell geprägten Landwirtschaft werden als unbegründete „Wahrnehmungen“ abgetan. Umwelt- und Tierschutz, zentrale Themen bei der Debatte um zukunftsfähige Landwirtschaft, sind für Sonnleitner verzichtbare Randnotizen. So kann man keine zukunftsweisende Debatte führen.

 

Wäre der Bauernverband tatsächlich die im Brief beschworene berufsständische Vertretung der Bäuerinnen und Bauern, würde er die Diskussion anders aufnehmen. Denn das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger ist das wichtigste Kapital der Landwirte. Wir müssen deshalb gemeinsam die richtigen agrarpolitischen Weichenstellungen für die Zukunft vornehmen. Der Charta-Prozess bietet die Möglichkeit, die Leitlinien einer nachhaltigen und sozialen Landwirtschaft des 21. Jahrhunderts zu formulieren.

 


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