Bonn/Berlin (ba/vfz/pm/fr) – Am vergangenen Samstag meldete eine große Deutsche Tageszeitung – die, mit den großen Buchstaben – und später auch diverse Rundfunk und Fernsehanstalten, dass die Bundesregierung ein schärferes Tierschutzgesetz plane.
Bezogen sich die späteren Meldungen in Funkt und TV im Wesentlichen auf die Käfiganlagen für Legehennen, so enthält die Ursprungsmeldung auch den Plan der CSU-Verbraucherministerin, Ilse Aigner, ein EU-weites Tierschutzlabel einzuführen. Ferner die Brandzeichen bei den Pferden zu verbieten und schärfere Haltungsregelungen bei Mastkaninchen durchzusetzen. Eine strengere Regelung in der Wildtierhaltung, wie z.B. in den Zoos, ist schon längst keine neue Forderung mehr, aber erscheint immer wieder auf der Agenda, wenn es um Tierschutz geht.
Ein Verbot der Ferkelkastration ohne Betäubung wird ebenfalls im Aufgabenkatalog der Ministerin erwähnt. Wie sich die Ministerin in der Kastrationsfrage aber tatsächlich positionieren wird, bleibt abzuwarten. Hier gibt es derzeit wohl mehrere Deutungsansätze bezüglich der Aussagen der Ministerin. Sicher dürfte jedoch sein, dass das Endziel der derzeitigen Ferkel-Kastrations-Debatte nicht die Kastration mit Betäubung ist, sondern entweder eine Schweineproduktion ohne jedwede Kastration, die sogenannte Ebermast, oder eine Kastrationsmethode, die ohne einen chirurgischen Eingriff auskommt. Dies wäre dann die sogenannte Impfmethode, die innerhalb Europas auf immer mehr Zustimmung stößt.
ff-Foto: Der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Wolfgang Apel, stellte 2009/2010 die Kampagne gegen die Ferkelkastraion vor und fühlte sich einen Augenblick während eines Gespräches unbeobachtet. Der ff-Fotograf drückte auf den Auslöser im Vorraum der Bundespressekonferenz in Berlin.