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26.02.2010 RSS Feed

Ebermast Schweine Und Ferkel Dsc

Die Ferkelerzeuger müssen auf die weltweiten Tierströme reagieren


Bonn/Stuttgart (ba/vfz/vdaw) - Das von den Experten für 2009 prophezeite gute Schweinejahr hat nicht gehalten, was es zu Beginn noch versprochen hat. Zwar hatten sich die Preise Anfang des Jahres stabilisiert und im ersten Quartal auf einem ordentlichen Niveau eingependelt. Doch bereits ab Jahresmitte fielen sie wieder stetig, noch bevor die Löcher im Geldbeutel der Ferkelerzeuger nach den schwierigen Jahren 2007 / 2008 gestopft waren. Daher mussten auch 2009 wieder viele Betriebe ihre Tore schließen. Mit diesem Rückblick auf das vergangene Jahr eröffnete Rolf Stirn, Vorsitzen-der der VdAW-Erzeugergemeinschaft für Qualitätsferkel Hohenlohe-Franken e.V., vergangene Woche die diesjährige Mitgliederversammlung der Qualitätsferkel Hohenlohe-Franken e.V. in Wolpertshausen.


Strukturelle Defizite

Stirn zufolge steht Baden-Württemberg bei der Zuchtsauenhaltung und Ferkelproduktion deutschlandweit an vierter Stelle. Rund 1 Mio. Ferkel würden jährlich aus dem Ländle in andere Regionen Deutschlands und in die EU exportiert. Infolge deutlicher struktureller Defizite gegen-über anderen Veredlungsregionen im Nordwesten und Osten der Bundesrepublik werde die Zahl der Zuchtsauenhalter mittelfristig jedoch stark zurückgehen und der noch vorhandene Ferkelüberschuss weiter sinken, so der Vorsitzende. Bei den Mastschweinen habe sich die Zahl der Tiere pro Betrieb verdoppelt, mit weiterhin steigender Tendenz.

Diese Entwicklung erklärt die ebenfalls zunehmende Größe der gehandelten Ferkelpartien. Wie Daniel Weeber, Fachreferent im VdAW, berichtete, hat sich die Zahl der Gruppen mit circa 50 Ferkel 2009 fast halbiert, wohingegen Partien mit über 150 Tieren stetig zunehmen.

Emil Wanner Ferkelvermarkter ging auf die wachsende Konkurrenz aus dem Ausland, speziell aus Dänemark und den Niederlanden, ein. Dem Vermarkter zufolge werden jährlich circa 8 Mio. Ferkel nach Deutschland importiert. Bei zunehmendem Importdruck prognostizierte Wanner für 2010 ein ähnliches Preisniveau wie zu Jahresbeginn.

Impfstrategien

Ein Faktor, der ebenfalls auf die Gewinne der Ferkelerzeuger drückt, sind die steigenden Tier-arztkosten infolge stärkerem Impfstoffeinsatzes. Den durch die globalen Tierströme kommt es heute zu einer Zusammenballung zahlreicher Krankheitserreger, während die Keimdichte früher bei weitgehend separierten Tierbeständen eher gering war, erklärte Dr. Heinrich Wilkes. Dem Tierarzt aus Nordrhein-Westfalen zufolge bringt daher eine Impfstrategie alleine gar nichts. Vielmehr müssten wenn möglich schon im Voraus alle Risiken durch eine Abschottung des ei-genen Betriebes nach außen und einen Verzicht auf europaweite Zukäufe minimiert werden. Verbunden mit einer ständigen Überprüfung der Gesundheitssituation im Betrieb könnten so eventuell sogar einzelne Impfungen weggelassen werden.

Helmut Brinckmann von der Erzeugergemeinschaft für Schlachtvieh im Raum Osnabrück setzte sich vor den Ferkelerzeugern für einen nationalen Tiergesundheitsstandard ein. Die vielen unterschiedlichen Systeme in Deutschland würden die Mäster nur verwirren. Um sowohl Deutschland- als auch europaweit wettbewerbsfähig zu bleiben, brauche man ein einheitliches Erfassungssystem mit begleitenden Maßnahmen, das Mästern und Vermarktern zuverlässige Infor-mationen über den Gesundheitszustand der Tiere biete.

 



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