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13.01.2012 RSS Feed

Das Phänomen multiresistenter Keime ist nicht neu - muss aber ernstgenommen werden!

Erdel Rainer Mdb Ein Ff-foto Dsc

ff-Archivfoto: Rainer Erdel

 

Berlin (ba/vfz/pm) - Zur laufenden Debatte über multiresistente Bakterien (MRSA) sich der Landwirt und FDP-Landwirtschaftsexperte Rainer Erdel zu Wort gemeldet.


"Wir sind uns als FDP-Fraktion mit Bundesgesundheitsminister Bahr und Landwirtschaftsministerin Aigner einig, dass das Problem der MRSA-Erreger ernstgenommen werden muss. Neu ist dieses Problem allerdings nicht - das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) forscht bereits seit 2009 intensiv an diesem Thema. Eine Versachlichung der medialen Berichterstattung scheint mir daher angebracht.

Bei der Entstehung dieser MRSA-Erreger spielt der übermäßig starke Einsatz von Antibiotika in der Humanmedizin eine wesentlich relevantere Rolle als die Tierhaltung. Selbstverständlich müssen wir aber auch auf eine erhebliche Reduktion des Antibiotikaeinsatzes in der Tierhaltung hinarbeiten. Auch muss der Zusammenhang zwischen Antibiotikaeinsatz in der Tierhaltung und Antibiotikaresistenzen beim Menschen näher erforscht werden. Ein vereinzelter Einsatz von Medikamenten bei kranken Tieren kann aus Gründen des Tierwohls geboten sein. Kranke Tiere nicht zu behandeln wäre letztlich Tierquälerei. Auch bei Bio-Geflügel ist der Antibiotikaeinsatz aus guten Gründen nicht verboten. Ein massenhafter, prophylaktischer Einsatz ist aber inakzeptabel.

Die Bundesregierung verfügt mit der Deutschen Antiobiotika Resistenzstrategie (DART) über eine zwischen Gesundheits-, Landwirtschafts- und Forschungsministerium abgestimmte Strategie um gegen MRSA-Erreger vorzugehen. Auch deswegen haben wir 2011 das Infektionsschutzgesetz und weitere Gesetze geändert.

Besonders im Bereich der Geflügelhaltung muss der Antibiotikaeinsatz nachhaltig reduziert werden. Die Vorgaben und Kontrollen wann welche Antibiotika gegeben werden dürfen, müssen verschärft werden. Untersuchungen haben gezeigt, dass Eier aus Boden-, Freiland- und Biohaltung eine höhere Gesamtkeimbelastung haben als Eier aus der inzwischen aus Tierschutzgründen verbotenen Käfighaltung. Diese Haltungsformen stellen also größere Anforderungen an das Hygienemanagement der Betriebe.


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