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27.11.2009 RSS Feed

Chaos bei der Einzeltierkennzeichnung – Schaf- und Ziegenhalter stehen im

Regen


Ulrike Höfken, MdB

Berlin (ba/vfz/pm) - Zum Bericht der Bundesregierung zur Einzeltierkennzeichnung bei Schafen und Ziegen im Agrar-Ausschuss des Bundestages erklärt (unser ff-Foto) Ulrike Höfken, stellvertr. Vorsitzende des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und Sprecherin Bündnis 90/Die Grünen für Ernährungspolitik und Agrogentechnik, dass die Bundesregierung den Schaf- und Ziegenhalter im Zusammenhang mit derEinführung der elektronischen Einzeltier-Kennzeichnung keine Lösung ihrer Probleme biete.


Die EU-Verordnung zur Einführung einer Zwangseinführung der elektronischen  Kennzeichnungspflicht gilt unmittelbar, aber die Umsetzungsregelungen sind  völlig unausgereift und verursachen hohe Kosten, die große Teile der Züchter zum  Aufgeben zwingen wird.  Erst am 30.11. bzw. 18.12. werden die Länder über die Ausführungsbestimmungen  beschließen. Es droht ein Chaos einer unterschiedlichen Umsetzung der Kennzeichnungsvorschriften  in den Bundesländern. Unklar ist, auf welcher Datengrundlage  die Bundesregierung seit Mitte des Jahres von einem deutschen Gesamtbestand  bei Ziegen von über 160.000 Tieren ausgeht und damit Deutschland - entgegen  bisheriger Einschätzungen der Ziegenhalter - von der elektronischen Kennzeichnungspflicht  betroffen ist.  Der Feldversuch, der die Praxistauglichkeit der neuen Ohrmarken testen soll, läuft  noch bis Mitte nächsten Jahres. Im Zwischenergebnis konnten keine Aussagen zur  Funktionsfähigkeit und Haltbarkeit der Datenträger gemacht werden. Dagegen verursachen  alle getesteten Ohrmarken zum Teil schwere Entzündungen bei den Tieren.  Ob Bolus, Chips, Ohrmarken-Chips oder Fußfessel – die nötige DLGZulassung  liegt in keinem Fall vor. Tierhalter laufen Gefahr hoher Fehlinvestitionen,  weil keine Sicherheit darüber besteht, ob die von ihnen verwendeten Systeme langfristig  praxistauglich sind. Unklar ist nach wie vor, was mit den Datenträgern nach  der Schlachtung der Tiere passiert. Positiv ist, dass die Bundesregierung sich für  eine Zulassung aller EU-rechtlich möglichen Datenträger in den Bundesländern einsetzen  will.  - 2 -  2  Wir fordern die Bundesregierung dringend auf, sich umgehend der Probleme der  Schaf- und Ziegenhalter anzunehmen und zumindest für sie gezielte und einheitliche  Förderhilfen zur Umstellung bereitzustellen. Es ist auch inakzeptabel, dass  Schafe- und Ziegenhalter als Pfleger von Naturlandschaften vom Grünlandprogramm  der Bundesregierung ausgeschlossen sind.  Angesichts der Ablehnung der Verordnung durch den Bundesrat und zwölf EUMitgliedsstaaten  muss auch das System als Ganzes auf den Prüfstand. Zur Klärung  der offenen Fragen und Probleme muss eine Verschiebung der Anwendung der  Verordnung angestrebt werden. Die notwendige Rückverfolgbarkeit der Tiere im  Seuchenfall kann durch die bereits erprobte Bestandskennzeichnung erfolgen.    



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