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Chaos bei der Einzeltierkennzeichnung – Schaf- und Ziegenhalter stehen im Regen ![]() Berlin (ba/vfz/pm) - Zum Bericht der Bundesregierung zur Einzeltierkennzeichnung bei Schafen und Ziegen im Agrar-Ausschuss des Bundestages erklärt (unser ff-Foto) Ulrike Höfken, stellvertr. Vorsitzende des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und Sprecherin Bündnis 90/Die Grünen für Ernährungspolitik und Agrogentechnik, dass die Bundesregierung den Schaf- und Ziegenhalter im Zusammenhang mit derEinführung der elektronischen Einzeltier-Kennzeichnung keine Lösung ihrer Probleme biete. Die EU-Verordnung zur Einführung einer Zwangseinführung der elektronischen Kennzeichnungspflicht gilt unmittelbar, aber die Umsetzungsregelungen sind völlig unausgereift und verursachen hohe Kosten, die große Teile der Züchter zum Aufgeben zwingen wird. Erst am 30.11. bzw. 18.12. werden die Länder über die Ausführungsbestimmungen beschließen. Es droht ein Chaos einer unterschiedlichen Umsetzung der Kennzeichnungsvorschriften in den Bundesländern. Unklar ist, auf welcher Datengrundlage die Bundesregierung seit Mitte des Jahres von einem deutschen Gesamtbestand bei Ziegen von über 160.000 Tieren ausgeht und damit Deutschland - entgegen bisheriger Einschätzungen der Ziegenhalter - von der elektronischen Kennzeichnungspflicht betroffen ist. Der Feldversuch, der die Praxistauglichkeit der neuen Ohrmarken testen soll, läuft noch bis Mitte nächsten Jahres. Im Zwischenergebnis konnten keine Aussagen zur Funktionsfähigkeit und Haltbarkeit der Datenträger gemacht werden. Dagegen verursachen alle getesteten Ohrmarken zum Teil schwere Entzündungen bei den Tieren. Ob Bolus, Chips, Ohrmarken-Chips oder Fußfessel – die nötige DLGZulassung liegt in keinem Fall vor. Tierhalter laufen Gefahr hoher Fehlinvestitionen, weil keine Sicherheit darüber besteht, ob die von ihnen verwendeten Systeme langfristig praxistauglich sind. Unklar ist nach wie vor, was mit den Datenträgern nach der Schlachtung der Tiere passiert. Positiv ist, dass die Bundesregierung sich für eine Zulassung aller EU-rechtlich möglichen Datenträger in den Bundesländern einsetzen will. - 2 - 2 Wir fordern die Bundesregierung dringend auf, sich umgehend der Probleme der Schaf- und Ziegenhalter anzunehmen und zumindest für sie gezielte und einheitliche Förderhilfen zur Umstellung bereitzustellen. Es ist auch inakzeptabel, dass Schafe- und Ziegenhalter als Pfleger von Naturlandschaften vom Grünlandprogramm der Bundesregierung ausgeschlossen sind. Angesichts der Ablehnung der Verordnung durch den Bundesrat und zwölf EUMitgliedsstaaten muss auch das System als Ganzes auf den Prüfstand. Zur Klärung der offenen Fragen und Probleme muss eine Verschiebung der Anwendung der Verordnung angestrebt werden. Die notwendige Rückverfolgbarkeit der Tiere im Seuchenfall kann durch die bereits erprobte Bestandskennzeichnung erfolgen. | Suche Abonnenten-LogIn Aktuell: Tiertransporte Alle sagten:
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