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06.02.2011 RSS Feed

Rumänien - Langfristig ein Absatzmarkt mit Chancen und Potentiale für deutsche Lebensmittel

BVE-Fachforum Rumänie

Vertreter aus der Ernährungsindustrie nutzten die Chance, sich auf dem BVE Fachforum „Rumänien – Chancen und Potentiale für deutsche Lebensmittel“ über den rumänischen Markt und seine Absatzstrukturen zu informieren. Das mit Experten aus Industrie, Handel und Politik besetzte Fachforum fand im Rahmen des „Global Forum for Food and Agriculture“, anlässlich der Internationalen Grünen Woche 2011 in Berlin statt.

In seiner Begrüßungsansprache vermittelte MinDir. Dr. Seegers (Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz) den Teilnehmern des Forums die politischen Leitlinien des Bundesministeriums in der Exportförderung. Neben dem bereits sehr erfolgreichen Auslandsmesseprogramm des BMELV erhofft man sich positive Ergebnisse von einer engeren Zusammenarbeit mit den Auslandshandelskammern.

Nach mehreren Jahren eines beeindruckenden BIP-Wachstums wurde Rumänien von der Finanz- und Wirtschaftskrise hart getroffen. Ein prognostiziertes positives Wirtschaftswachstum ab 2011 sowie eine wachsende Nachfrage nach deutschen Produkten machen Rumänien aber schon heute zu einem vielversprechenden Absatzmarkt für deutsche Lebensmittel. Dies bestätigte auch Annika Pattberg (Germany Trade and Invest) in ihrem Einführungsvortrag. Sie belegte anhand von aktuellen Erhebungen Potentiale für deutsche Milch- und Käseprodukte und zeigte auf, dass Rumänien bereits heute zu den Top10 Exportzielen für deutsches Schweinefleisch zählt.

Auf aktuell mehr als 10 Milliarden Euro schätzt Dusan Wilms (Metro Cash & Carry Rumänien) den Umfang des rumänischen Absatzmarkts für Lebensmittel. Bis 2014 könnte dieser auf 14 Milliarden Euro anwachsen. In den bislang 30 Großmärkten der Metro Group in Rumänien stellen Eigenmarken im Lebensmittelbereich etwa 10% des Gesamtumsatzes für Lebensmittel dar. Diesen Anteil plant die Metro weiter auszubauen. Etwa 1.000 Artikel aus dem Metro-Sortiment werden bereits heute aus Deutschland eingeführt oder von deutschen Unternehmen in Rumänien hergestellt. Steigende Einfuhrquoten und der Wunsch nach Lebensmittel „Made in Germany“ eröffnen deutschen Lebensmittelherstellern Potentiale für einen Ausbau ihrer Tätigkeiten auf dem rumänischen Markt.

Neben den zahlreichen Risiken einer Internationalisierung hob Egbert Klokkers (WESTFLEISCH e.G.) in seinem praxisorientierten Vortrag „Erfahrungsbericht aus einem Land im Umbruch“, auch die Chancen für einen Markteintritt hervor. Die Firma Westfleisch ist seit 2004 mit eigenen Produkten auf dem rumänischen Markt vertreten und seit 2008 mit einem eigenen Vertriebsbüro vor Ort. Der Boomphase 2004 bis 2008 mit wachsenden Exportabsätzen im zum Teil zweistelligen Bereich folgten, bedingt durch die Wirtschafts- und Finanzkrise, zwei Jahre mit sinkenden Exportwerten. Trotz einer Anhebung des Mehrwertsteuersatzes von 19% auf 24%, einer schlechten Zahlungsmoral und einer zum Teil unsicheren Rechtslage gibt es Licht am Ende des Tunnels: 22 Mio. potentielle Kunden, die auch in Zukunft preiswerte Lebensmittel nachfragen.

Praktische Tipps für einen Markteinstieg vermittelte Ruxandra Dumitrescu (Deutsch- Rumänische Industrie- und Handelskammer) den Teilnehmern zum Abschluss des Rumänienforums. Neben einer SWOT (Stärken – Schwächen – Chancen – Risiken) Analyse, präsentierte sie einen Überblick über Produktvorlieben und den aktuellen Lebensmittelkonsum der Rumänen. Sie informierte über mögliche Vertriebskanäle und über die individuelle Unterstützung, die die Unternehmen bei der Auslandshandelskammer in Rumänien in Anspruch nehmen können.

Fazit: kurzfristige Absatzpotentiale für deutsche Lebensmittel in Rumänien sind je nach Produkt sehr unterschiedlich zu bewerten. Die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise waren länger als in anderen EU-Länder und bis ins Jahr 2010 zu spüren. Langfristig werden Lebensmitteln aus Deutschland vor allem aufgrund deutlicher Zuwächse im privaten Konsum große Chancen und Potentiale zugesprochen. Nicht zuletzt aufgrund des guten Images von „Made in Germany“ ist Deutschland bereits heute wichtigster Handelspartner Rumäniens.

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