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17.10.2011 RSS Feed

BSE kostete bereits 2,1 Mrd. - Dringend Risiko orientierte Betrachtung notwendig

 

 

Jahrestagung der Verarbeitungsbetriebe Tierischer Nebenprodukte   

 

Bonn (ba/vfz/STN) - Auf rund 2,1 Mrd. Euro summieren sich die deutschen Kosten der BSE-Maßnahmen von 2000 bis heute. Die Zahl wurde auf der Jahrestagung der Verarbeitungsbetriebe Tierischer Nebenprodukte am 14. Oktober in Stuttgart präsentiert. Dr. Carolina Probst vom Friedrich-Loeffler-Institut (Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit) beschäftigt sich seit Monaten mit den deutschen Folgekosten der BSE-Bekämpfung und stellte ihre Ergebnisse vor. Allein zusätzliche Entsorgungskosten für spezifiziertes Risikomaterial und entgangene Erlöse für Futtermittel machen rund 1,6 Mrd. Euro aus. Hinzu kommen z.B. Kosten für BSE-Untersuchungen, der Wert vernichteter Schlachtkörper, Untersuchungen von Futtermitteln auf unzulässige tierische Proteine, Hilfsprogramme der Landwirte und die Aufkaufaktion für Rinder über 30 Monate. Probst forderte alle Beteiligten auf, weiter mit dem FLI zusammenzuarbeiten, um die Zahlen, die teilweise noch hochspekulativ seien, zu präzisieren.

 

Die Notwendigkeit, die BSE-Folgemaßnahmen auf ihre Berechtigung zu überprüfen, unterstrich auch Dr. Michael Knabel (München), Bundesrats­beobachter bei der EU für tierische Nebenprodukte. Er hält die Lockerung des Verfütterungsverbots für tierische Proteine im Sinne der Nachhaltigkeit für sehr sinnvoll.

Knabel referierte über das neue EG-Nebenprodukte-Recht und begrüßte dessen Risiko orientierten und damit praxisgerechten Ansatz. Es gebe allerdings noch einige Zweifelsfragen bei der Auslegung, die Überwachung und Wirtschaft in gemeinsamer Diskussion lösen müssten. Er forderte die Verarbeitungsbetriebe Tierischer Nebenprodukte (VTN) daher zum Dialog in diesen Fachfragen auf – eine Aufforderung, die die Branche gerne aufgreift.

Als dritter Referent der Tagung erklärte Dr. Arno Piontkowski (Düsseldorf) die Arbeitsweise der Task Force Tierseuchenbekämpfung. Es gelang ihm aufzuzeigen, wie intensiv Bund, Länder und Gemeinden miteinander vernetzt sind. Beim Auftreten von Seuchen wird sofort ein großes Räderwerk in Gang gesetzt, um alle veterinärfachlichen Maßnahmen ohne Verzögerung umzusetzen.

Der Vorstandsvorsitzende der Verbandsorganisationen der VTN, Georg Ensner (Bamberg), stellte zu Beginn der Tagung die Leistungsdaten vor: Insgesamt 23 Unternehmen verarbeiten in 52 nach Kategorien getrennten Anlagen fast 3 Mio. to tierische Nebenprodukte zu Erzeugnissen, die von der thermischen Verwertung bis zur Heimtiernahrung vielfältige Verwendung finden. Mit mehr als 3.100 Arbeitnehmern wird ein Umsatz von über 637 Mio. Euro erzielt.

 


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