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21.11.2011 RSS Feed

Bauern und Winzer fordern: Stopp dem Flächenfraß!

Bauerntag 2011 Landfrass   Ff Foto   Dsc

ff-Archivfoto vom Deutschen Bauernverband 2011 in Koblenz

 

Koblenz (ba/vfz/pm) - Im Rahmen der deutschlandweiten Aktion Stopp dem Flächenfraß! führen der Deutsche Bauernverband und die Landesbauernverbände Aktionen gegen den Flächenfraß durch.


Täglich werden in Deutschland 90 Hektar, dass entspricht ca. 130 Fußballfeldern, der Landwirtschaft und dem Weinbau entzogen.

 

In Rahmen einer Pressekonferenz erläuterte Leo Blum, Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, dass in Rheinland-Pfalz den Bauern und Winzern täglich 8 ha landwirtschaftlich genutzte Fläche entzogen würden. Dies sei in Anbetracht kontinuierlich sinkender Weltgetreidevorräte und der steigenden Bedeutung der Landwirtschaft für die Erzeugung erneuerbarer Energien nicht mehr akzeptabel. Betrug die landwirtschaftlich genutzte Fläche in Rheinland-Pfalz 1960 noch 970.000 Hektar, lag sie bereits 1980 bei 765.000 Hektar und nunmehr bewirtschaften die landwirtschaftlichen Unternehmen gerade noch 715.000 Hektar. Der Flächenverlust beträgt seit 30 Jahren somit 50.000 Hektar, so Blum.

 

Der bäuerliche Berufstand hat auf dem Deutschen Bauerntag 2011 in Koblenz eine Entschließung zur Energiewende verabschiedet. Hierin hat der Erhalt der Flächen für die Erzeugung erneuerbare Energien einen hohen Stellenwert. Im Oktober verabschiedete der Verband schließlich eine Entschließung für ein Gesetz zum Schutz landwirtschaftlicher Flächen. Ziel des bäuerlichen Berufsstandes ist es, die Wachstumsziele für die Energie- und Rohstoffproduktion aus Biomasse mit den tatsächlich vorhandenen Produktionskapazitäten verlässlich abzustimmen, die land- und forstwirtschaftlichen Nutzflächen im Rahmen der Energiewende zu schonen, die legitimen Rechte der Eigentümer und Nutzer land- und forstwirtschaftlicher Flächen beim beschleunigten Netzausbau durch die Schaffung angemessener Vergütungs- und Ausgleichansprüche zu wahren und ein generelles Schutzprogramm für land- und forstwirtschaftliche Fläche aufzulegen. Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau fordert den finanziellen Ausgleich, der nicht für den Kauf von Ausgleichsflächen herangezogen werden darf. Vielmehr müssen diese Mittel für Entsiegelungsmaßnahmen, für die Revitalisierung von Schutzgebieten und für Umwelt-Bildungsmaßnahmen eingesetzt werden.

 

Die vom Meinungsforschungsinstitut Produkt und Markt durchgeführte Umfrage zum Thema Flächenschutz macht deutlich, dass über die Hälfte der Bevölkerung den Flächenverbrauch auf Kosten fruchtbaren Acker- und Grünlandes für zu hoch hält. Darüber hinaus finden Maßnahmen zur Reduzierung des Flächenverbrauchs breite Unterstützung in der Bevölkerung. 84 Prozent der Befragten sind dafür, nicht mehr gebrauchte Industrieanlagen und innerstädtische Grundstücke zu sanieren. Dreiviertel der Bevölkerung möchte die Entwicklung der Städte und Dörfer voranbringen und spricht sich gegen Bautätigkeiten auf der grünen Wiese aus.

 

Blum legte am Beispiel des Entwicklungsgebietes Bubenheim-Metternich in Koblenz dar, dass eine intensive Flächenversiegelung mit einem hohen Anteil an Ausgleichflächen landwirtschaftliche Betriebe vernichten könne. Würden in einer Region über 30 Prozent landwirtschaftlichen Flächen verloren gehen, so hätte dies zwangsläufig gravierende Auswirkungen auf die Nahrungsmittelerzeugung und die Erzeugung erneuerbarer Energien vor Ort.

 

Der Bauern und Winzerverband Rheinland-Nassau setzt sich für intelligente und gemeinschaftliche Lösungen künftiger Wirtschaftsentwicklungen und Bauleitplanungen ein. Dabei muss bis 2020 in Rheinland-Pfalz der tägliche landwirtschaftliche Flächenverbrauch von acht auf drei Hektar reduziert werden. Der Berufsstand versucht über eine Petition die Politik zum Handeln zu bewegen. Bis Ende Januar 2012 können sich über Unterschriftenlisten, die an den Kreisgeschäftsstellen des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau ausliegen, Unterstützer des bäuerlichen Anliegens eintragen.

 


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