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14.01.2012 RSS Feed

Ausblick: Ferkel- und Schweinemarkt 2012

Schwein

ISN-Marktexperte Matthias Quaing hat in einer Prognose für 2012 den Markt für Schweine genauer analysiert. Welche Chancen und Herausforderungen bringt das neue Jahr?

Angebot und Nachfrage sprechen für gute Preise in 2012

Das Jahr 2011 war durch eine weitere Steigerung der Schlachtzahlen auf die Rekordstückzahl von etwa 59,3 Mio. Schlachtschweinen gekennzeichnet. Trotz dieser hohen Stückzahl und trotz des Preisverfalls während der Dioxinkrise wurde ein durchschnittlicher Schweinepreis von 1,52 EUR erzielt. Wirklich erholen konnte sich der Preis erst nach Auslaufen der privaten Lagerhaltung, die bis in den Spätsommer einen deutlichen Preisanstieg verhindert hat. Stütze des relativ hohen Preisniveaus in der zweiten Jahreshälfte war der boomende Export, v.a. in die asiatischen Länder. Auch für das Jahr 2012 gehen Marktbeobachter von guten Exportmöglichkeiten aus, wenn auch mit deutlich geringeren Wachstumsraten als bis zum Jahr 2011.

Auf der Angebotsseite deutet sich an, dass der europäische Schweinebestand langsam zurückgehen wird. Insbesondere in den osteuropäischen Ländern, aber auch in Deutschland und Dänemark. Für Dänemark wird z.B. ein weiterer Abbau der Sauenbestände um 15 % bis zum Jahr 2015 erwartet.

Insgesamt gesehen sind die gute Nachfrage auf den Weltmärkten sowie das begrenzte Angebot an Schweinen positive Vorzeichen für die deutschen Schweinehalter für das kommende Jahr. Der durchschnittliche Erzeugerpreis sollte unserer Einschätzung nach in 2012 mindestens auf dem Vorjahresniveau liegen. Hierfür sprechen auch die Preise für Geflügelfleisch, die im Vergleich zum Schweinefleisch im vergangenen Jahr noch deutlich stärker gestiegen sind.


Lage der Ferkelerzeuger verbessert sich langsam

Während Schweinemäster im Jahr 2011 von den niedrigen Ferkelkosten von ca. 41 EUR/25 kg Ferkel profitierten, werden diese im Jahr 2012 aller Voraussicht nach deutlich höher liegen. Aktuell deutet sich an, dass das Ferkelangebot in Europa zunehmend knapper wird. So haben dänische Ferkelerzeuger beispielsweise in 2011 erstmals weniger Ferkel nach Deutschland exportiert als im Vorjahr. Nach den roten Zahlen des letzten Jahres sollte sich die Lage für die Sauenhalter in 2012 verbessern.


Der öffentlichen Debatte nicht entziehen

Schaut man sich die über 150 ISN-Marktberichte des letzten Jahres noch einmal an, so wird schnell deutlich, dass sich die Rahmenbedingungen in der Schweinehaltung nachhaltig ändern. Themen wie Tierwohl, Antibiotikaeinsatz oder Verzicht auf das Kürzen der Schwänze werden in der breiten Öffentlichkeit und von Politikern aller Parteien diskutiert. Wir dürfen uns diesen Debatten nicht entziehen, da sie ansonsten ohne uns geführt werden. Hinsichtlich der Tierwohldebatte wird der Markt wird zeigen müssen, ob ein erhöhter Tierschutzstandard vom Verbraucher erwünscht und bezahlt wird. Insgesamt sind die zusätzlichen Kosten durch sich verschärfende Auflagen nur schwierig zu kalkulieren aber für jeden einzelnen Betrieb nicht unerheblich.


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