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ff-Foto: Schrader _ Dr. Lars Schrader vom Friedrich-Loeffler-Institut - 1. Toennies Forschungs Symposium Ff Foto Dsc |
Berlin (ba/vfz/pm) – Wie lassen sich Tierschutz und Nutztierhaltung sinnvoll miteinander vereinbaren? Wie können etwa die Bedingungen für Tiere, die in konventionellen Ställen leben, verbessert werden, wie kann die Haltung von Schweinen in Großbetrieben tiergerechter werden? Antworten auf einige zentrale und aktuelle Fragen im Spannungsfeld Tierschutz und Nutztierhaltung konnte das Tönnies Forschung Symposium geben, das heute in Berlin zum ersten Mal durchgeführt wurde. Über 150 geladene Experten aus Wissenschaft, Branche und Politik, Vertreter von Tierschutzorganisationen, Veterinäre und Branchenkenner diskutierten in zwei Themenblöcken konkrete Forschungsfelder und –ergebnisse sowie allgemeine politisch-gesellschaftliche Fragestellungen. Einleitend führte Josef Tillmann, Geschäftsführer der Tönnies Gruppe, in das Thema des Symposiums ein. Er stellte fest, dass sich das Thema Tierschutz in der Nutztierhaltung im Bewusstsein der Verbraucher immer stärker breit macht und nahezu alle Branchenteilnehmer wie auch die rahmengebende Politik dieses Spannungsfeld auf die öffentliche Agenda gesetzt haben. Von den Bauern, über die Schlachtbetriebe, die Veterinäre, bis hin zum Handel seien nun alle gefordert, Antworten zu finden und kontinuierlich Verbesserungen im Tierschutz zu erzielen, sagte Tillmann. Gerade hierzu sei sie Einbindung der Wissenschaft und der Fachaustausch wie auf dem Symposium enorm wichtig. |
In Kurzvorträgen stellten Wissenschaftler dann erste Zwischenergebnisse der vier Projekte vor, die aktuell von der Tönnies Forschung gefördert werden. Alle Projekte verfolgen das Ziel, Nutztierhaltung, insbesondere die Haltung von Schweinen in Großbetrieben, tiergerechter zu machen. So referierte Dr. Dr. Kai Frölich, Tierpark Arche Werder e.V., zu der Frage, ob Mastschweine gesünder sind, wenn robuste Schweinerassen eingekreuzt werden. In einem Versuch beschäftigen sich Professor Dr. Dr. Heinrich H.D. Meyer und Dr. Heike Kliem von der Technischen Universität München mit dieser Aufgabenstellung. |
Professor Dr. Steffen Hoy und Stephan Welp von der Justus-Liebig-Universität Gießen erarbeiten Lösungsmöglichkeiten zur Senkung des Ferkelverlustes bei hochfruchtbaren Sauen. Professor Hoy zeigte erste positive Ergebnisse, etwa durch Abtrennung der schwersten Ferkel beim Wurf oder bessere Temperatureinstellungen. |
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Wie man Schwanzbeißen bei Mastschweinen reduzieren kann, wollen Dr. Lars Schrader und Dr. Sabine Dippel vom Friedrich-Loeffler-Institut in ihrer Studie herausfinden. Dr. Schrader stellte dar wie diese Problematik untersucht wird, um das Schwanzbeißen und die damit verbundenen Schmerzen, den Stress sowie auch die wirtschaftlichen Verluste zu verringern. |
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In einem gemeinsamen Forschungsprojekt von Professor Dr. Klaus Troeger vom Max Rubner Institut und Dr. Michael Marahrens vom Friedrich-Loeffler-Institut wird die schonende Betäubung von Schweinen mit
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Im zweiten Teil des Symposiums widmeten sich die Symposiumsteilnehmer der Frage, wie moderne Nutztierhaltung mit Tiergerechtigkeit zu vereinbaren sei. |
Bei seiner Einführung in das Thema beschrieb Professor Dr. Peter Kunzmann vom Ethikzentrum Jena das zentrale Dilemma der Verbrauchererwartungen: man erwarte gute, gesunde, qualitativ hochwertige Produkte, die gleichzeitig preiswert sind. |
Dazu käme nun sukzessive auch noch die Vorstellung einer idealen Tierhaltung und Aufzucht, tiergerecht und dem Tierschutz verpflichtet. Es gebe deshalb einen permanenten Kampf um die Deutungshoheit zu der Frage |
Dabei sei der Maßstab eine Art Kuscheltierperspektive: Die Menschen lebten heute mit Tieren, aber nicht mehr von Tieren. Diesem Wandel in der Wahrnehmung von Tieren durch Menschen müsse man sich in der Nutztierhaltung stellen. Seine Zusammenfassung aus ethischer Sicht: Der Anspruch der Bevölkerung auf tiergerechte Haltung in der Nutztierhaltung sei legitim, nicht aber der Wunsch nach |
". Die Industrie habe das Recht, professionelle technische Standards zu fordern, und auch auf Hinweise zur ökonomischen Nutztierhaltung. Sie müsse aber permanent nach besseren Alternativen in der Nutztierhaltung suchen. |
Bei der abschließenden Podiumsdiskussion diskutierten Franz-Josef Möllers, Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes, Professor Dr. Dr. h.c. mult. Hartwig Borstedt, erimitierter Hochschullehrer der Veterinärmedizin, Dr. Christoph Maisack, Richter und Mitglied des Ethik-Beirats der Albert-Schweizer-Stiftung, Professor Dr. Dr. h.c. Jörg Hartung, Direktor des Instituts für Tierhygiene und Nutztierethologie der Tierärztlichen Hochschule Hannover, sowie Friedrich Ostendorff, MdB und Agrarpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. |
Professor Hartwig Borstedt: |
Professor Jörg Hartung: |
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Dr. Christoph Maisack: Wenn ein Bedürfnis eines Tieres unterdrückt wird, wird es darunter leiden. Daran orientiert sich das Tierwohl. Dem stehen immer noch Praktiken wie etwa die Fixierung und der Kastenstand bei Sauen oder das Zähneschleifen entgegen. Das Staatsziel Tierschutz wird aus meiner Sicht zu wenig umgesetzt." |
Franz-Josef Möllers: |
Friedrich Ostendorff: |
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In seiner Tageszusammenfassung stellte Professor Dr. Dr. h.c. Thomas C. Mettenleiter, Präsident des Friedlich-Loeffler-Instituts und Bundesforschungsinstituts für Tiergesundheit, heraus, dass es nun eine wichtige Aufgabe sei, die geführte Diskussion aus dem engeren Kreis der Branche hinaus zu führen. Die kritischen Diskussionen wie auch die guten Ansätze für Verbesserungen müssten nun einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden und zudem Umsetzungen folgen.
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Vorsitzender des Stiftungsrates: Clemens Tönnies
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Die Tönnies Forschung fördert Forschungsvorhaben über den Tierschutz mit besonderem Augenmerk auf die Nutztierhaltung. Zu diesem Zweck wurde 2010 eine Gemeinnützige Gesellschaft gegründet, die zum Ziel hat, wissenschaftliche Grundlagen zu fördern, um zu weiteren Verbesserungen im Zusammenhang zwischen Tiernutzung und Tierschutz zu kommen. Dazu gehören auch die Bereiche Ernährung, Haltung und Transport von Tieren. Die Grundlagenforschung in diesem Themenfeld soll breiter angelegt und weiterführende wissenschaftliche Expertisen ermöglicht werden. Dem Kuratorium gehören an: Ministerialdirigent a.D. Prof. Dr. Werner Zwingmann (Vorsitzender); Priv. Doz. Dr. Dr. Kai Frölich (Stlv. Vorsitzender; Direktor des Tierparks Arche Warder e.V. in Schleswig-Holstein); Dr. Hans-Joachim Bätza (Tierarzt); Mechthild Bening (Galloways vom Bebensee), Prof. Dr. Dr. h.c. Jörg Hartung (Direktor des Instituts für Tierhygiene, Tierschutz und Nutztierethologie an der Tierärztlichen Hochschule Hannover), MdB Franz-Josef Holzenkamp, Prof. Dr. Ulrich Krell (Rechtsanwalt); Dr. Wilhelm Jaeger (Leiter der Abteilung Landwirtschaft, Tönnies); Prof. Dr. Dr. h.c. Thomas Mettenleiter (Präsident des Friedrich Löffler Instituts – Insel Riems); Sabine Ohm (Europareferentin PROVIEH VStM e.V.); Heinz Osterloh (Präsident des Bundesverbandes für Vieh und Fleisch). Vorsitzender des Stiftungsrates: Clemens Tönnies. |
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